JFZ Alte Brauerei

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JFZ Alte Brauerei
Allgemeine Informationen
Adresse: JFZ Alte Brauerei
Fehrbelliner Str. 135
16816 Neuruppin
Gründung 1982
Website jfz.de

Jugendclub und Veranstaltungsort in Neuruppin.

Geschichte

Ein Anschlag im Schaukasten legt im November 1982 den Grundstein für die Geschichte eines, in dieser Form wohl einmaligen Musikklubs in Deutschland. Auf Beschluss des Kreistages Neuruppin sollte in der Stadt von Schinkel und Fontane ein erster echter Jugendtreffpunkt der provinziellen Öde ein Ende bereiten.

Schnell mauserte es sich zu einem Veranstaltungszentrum, in dem Musikkultur und damit einhergehende Weltanschauungen eine zentrale Rolle spielten. Größtmögliche Selbstbestimmung war von Beginn an Prinzip der Gründerinnen und Gründer, was schon bald zu Unstimmigkeiten mit der „Obrigkeit“ führte. Doch genau in diesem Spannungsfeld zwischen Kultur und Politik siedelte sich eine für Städte wie Neuruppin äußerst ungewöhnliche Subkultur an, die auch heute noch in Teile des Landes ausstrahlt. Getragen von einem Verein waren es immer wieder die Einzigartigkeiten und das besondere Flair des Hauses, die schon zu DDR-Zeiten selbst international Aufsehen erregten.

Mit der Wende verschwanden viele alte Probleme, mehr als genug neue kamen hinzu. Das Verhältnis zur Politik entspannte sich, blieb aber kompliziert. Zusätzlich stieg der kommerzielle Erfolgsdruck. Neue Sparten, beispielsweise ein Internet-Café sowie eine Kinder- und Jugendwerkstatt kamen hinzu. Das JFZ musste neue Wege gehen, bei Medien, Politik und Wirtschaft um jede Art von Unterstützung werben.

Durch den Umzug in die „Alte Brauerei“ in der Fehrbelliner Straße knüpfte das JFZ in den 2000er wieder an alle Zeiten an. So war der Terminkalender mit namhaften nationalen und internationalen Bands gefüllt. Besucherinnen und Besucher reisen 200 und mehr Kilometer, um die Veranstaltungen zu besuchen. Das JFZ galt somit als festes und verlässliches subkulturelles Zentrum in der Stadt Neuruppin und Umgebung.

Besonders die großen Veranstaltungen, wie das seit 2001 traditionelle „Keine Gnade unterm Weihnachtsbaum“ zieht jedes Jahr mehr Leute zurück in ihre alte und neue Heimat.

Mit Beginn der 2010er-Wende musste das JFZ immer mehr um finanzielle Zuschüsse bangen. Nachwuchssorgen und eine immer öfter leer-bleibende Bühne prägten das Bild des Jugendklubs. Mehrere Rettungsversuche wurden unternommen, Spenden wurden gesammelt, um neue Mitglieder wurde geworben. Auch international agierenden Bands, wie die „Beatsteaks“, spielten mehrere Male in dem Klub. Doch leider waren nur geringe Erfolge zu verzeichnen und die große Wende blieb aus.

In Folge dessen wurden 2013 und 2014 viele Versammlungen und Diskussionen, Treffen und Gesprächsrunden mit Stadt und Land durchgeführt, um über die Zukunft des Klubs zu entscheiden. Das endgültige Aus schien unausweichbar. Der Betrieb wurde zeitweise vollständig eingestellt und immer mehr Mitglieder verließen den Klub.

Mit Beginn des Jahres 2015 entschieden die „Übriggebliebenen“ es noch einmal zu versuchen. Ein kontinuierlicher und aufwendiger Arbeitsprozess begann. Stück für Stück wurden die Veranstaltungen wieder hochgefahren, das wöchentliche NightCafè wurde wieder ins Leben gerufen, neue Mitglieder traten dem Klub bei und plötzlich gab es wieder Leben im JFZ und Menschen, die sich für das Projekt verantwortlich fühlten.

Die Veranstaltungsräume wurden neu aufbereitet die Lichttechnik ausgebaut und modernisiert, das wöchentliche NightCafè etablierte sich besonders im Frühjahr und Sommer als Treffpunkt für viele Menschen. Wöchentliche Sportkurse und monatliches Improvisationstheater sind mittlerweile fest im JFZ Alltag verankert. Das Angebot für Jugendliche wächst von Monat zu Monat.

Und der Funke springt über. Alte und neue Veranstaltungskonzepte werden ausprobiert und angepasst, mindestens einmal im Monat wird die Halle für die tanzwütige Gäste geöffnet.

Den krönenden Abschluss bescherte die jährlich größte Party „Keine Gnade unterm Weihnachtsbaum“ – als wäre das JFZ nie verschwunden, stürmten 700 Leute die Kasse und machten den Abend unvergesslich. Ein aufregendes Jahr 2015 ging zu Ende und während wir hier schreiben – sind die nächsten Veranstaltungen schon in Planung.

Ein großes DANKE an alle Menschen, die dieses Projekt die letzten 30 Jahre am Leben erhalten haben und es auch zukünftig unterstützen.


Ausstattung

Im Clubgebäude selbst gibt es einen hohen Vorraum mit Tischkicker, Deko, Stehtischen, dem eigentlichen Zugang zum Saal und in die zweite Etage zur oberen, großen Bar. Der Vorraum führt auch zur Garderobe und den Toiletten im Keller. Der Saal verfügt über eine Bühne, eine weitere kleinere Bar im eigentlichen Saal und ein „FOH“. Beschallt wird er von einem Kirsch Audio/JBL Anlagen-Mix. Sie spielt besonders Live Musik mit ihren 10KW Leistung exzellent ab und wurde zu recht bereits als Beste Musikanlage der Region beschrieben. Die moderne Lichtanlage leuchtet dazu den Saal mit zahlreichen LED Scheinwerfern und Effekt- und Mainflooreräten stimmungsvoll aus. Des Weiteren gibt es einen gemütlichen Backstage-Bereich mit Tür nach draußen und zwei weiteren Sanitärraumen, einer davon ist für Rollstuhlfahrer nutzbar. Über dem Saal, in der zweiten Etage, gibt es einen Rundweg. Dort befinden sich, neben der großen Bar, eine Empore mit Sitzgelegenheiten mit Couchen. Die zweite Etage kann ebenfalls über eine Außentür und eine Treppe verlassen werden. Außerdem gibt es einen Lift – damit ist das JFZ vollständig Behindertengerecht.

Im Außenbereich werden bei unseren Veranstaltungen häufig eine weitere Bar und/oder ein Imbissstand eingerichtet. Im Bürogebäude gegenüber befindet sich unsere Ideenwerkstat t. Sie verfügt ebenfalls über eine Bar und Sitzgelegenheiten.


Weblinks